- Geschrieben von: Jörg Müller
Schichtaufbau und Wurmkompost in Hochbeeten
Wer mit Hochbeeten gärtnert, sollte spätestens im April alle vorbereitenden Arbeiten ausführen. Nicht nur ein neu angelegtes Hochbeet wird jetzt befüllt, auch bei älteren Hochbeeten sollte das im Verlauf der vergangenen Saison abgesackte Substrat wieder aufgefüllt werden. Wie das am besten gelingt und weitere Gartentipps für den Monat April gibt es hier.
Tipps zum Hochbeet
Dabei hat sich folgende Mischung bewährt: ein Drittel Kompost, ein Drittel Gartenerde und ein Drittel mineralische Komponenten wie zum Beispiel Quarzsand oder Ziegelsplitt. Alle fünf bis sechs Jahre sollten Hochbeete komplett beräumt und neu aufgesetzt werden. Dabei wird zunächst eine Lage aus Gehölzschnitt und grobem Holzhäcksel eingebaut. Auch grober Kies oder andere grobe mineralische Materialien können in der untersten Schicht verwendet werden, denn diese Schicht dient der Drainage und damit der Vorbeugung von Staunässe. Die nächste Schicht besteht aus fein gehäckselten Gartenabfällen, erstem Grasschnitt und anderen Pflanzenresten. Auch unbehandeltes Stroh kann in dieser Schicht verarbeitet werden. Strohballen aus Dekorationen von Bau- und Gartenmärkten sind oft mit Flammschutzmitteln imprägniert und eignen sich deshalb nicht. Die nächste Schicht besteht aus trockenem und nassem Laub. In dieser Schicht beginnen sehr schnell intensive Verrottungsprozesse, die die obere Hochbeetschicht erwärmen. Die oberste Schicht besteht aus Gartenerde mit gesiebtem Kompost. Sechs Liter Kompost auf den Quadratmeter sind auch für stark zehrendes Gemüse ausreichend.
Hochbeete befüllen ist leichter als man denkt (Foto: Ulrike Mai/Pixabay)
Sonderformen von Hochbeeten
Sonderformen von Hochbeeten sind Kartoffeltürme und Erdbeerpyramiden. Hier wachsen die Pflanzen nicht nur oben horizontal, sondern auch vertikal nach allen Seiten. Das muss beim Aufbau der Schichten beachtet werden.
Wer genügend Platz hat, kann auch ein Schlüssellochbeet errichten. Die Aufschichtung erfolgt hierbei wie bei klassischen Hügel- oder Hochbeeten. Der Unterschied ist, dass Schlüssellochbeete in ihrem Zentrum einen integrierten Kompostbereich haben, der über die gesamte Saison mit frischen Pflanzabfällen befüllt werden kann. Dieser Kompostbereich wird durch gesteckte Holzlatten oder Drahtgeflechte vom eigentlichen Beet getrennt und liegt im Zentrum des Beetes. Kompostwürmer können ins Beet einwandern und verbessern dort die Bodenqualität. Zur Nahrungsaufnahme kehren die Würmer in den Kompostbereich zurück.
Ökotipp des Monats
Von Wurmvasen und Kompostwürmern
Wer auch in kleineren Hochbeeten Kompostwürmer fördern möchte, kann eine Wurmvase einsetzen. Wurmvasen sind Tongefäße mit Löchern in den Seiten und einem Deckel. Ins Innere der Vase werden Kompostwürmer mit frischen Pflanzenresten und Gemüse- oder Obstschalen gesetzt. Die Würmer fressen das Pflanzenmaterial und verbessern mit ihren Ausscheidungen den Kompostgehalt des Hochbeetes. Über den Deckel der Vase kann kontinuierlich Pflanzenmaterial nachgefüllt werden.
Foto von Sippakorn Yamkasikorn/PexelsSven-Karsten Kaiser,
Gartenfachberater
Zertifizierter Pflanzendoktor
- Geschrieben von: Jörg Müller
Gemüsebeet ohne Umgraben
Im naturnahen Garten sind die Gemüsebeete ganzjährig bedeckt. Über den Winter schützt eine dicke Schicht aus Laub und halbgarem Kompost den Gartenboden vor Austrocknung und Erosion. Wenn im Frühjahr die Zeit für die Beetvorbereitung zur Direktsaat im Freiland gekommen ist, kann die No-Dig-Methode genutzt werden. Das bedeutet, dass auf Umgraben verzichtet wird.
Vorbereitungen für das Beet
Unser Gartenboden beherbergt eine Vielzahl von Lebewesen. Bis zu zehn Milliarden Lebewesen leben in einem Liter gesundem Gartenboden. Mikroskopisch kleine Bakterien, Einzeller, Strahlenpilze, Algen, Insekten, Milben und Regenwürmer zählen dazu. Jedes dieser Lebewesen bevorzugt eine bestimmte Bodentiefe. Durch Umgraben werden diese Strukturen gestört. Lediglich sehr stark verdichtete Böden oder schwere Lehmböden können mit der Grabegabel gelockert und belüftet werden. Sowohl auf bereits bestehenden Beeten als auch bei der Neuanlage eines Beetes kann die No-Dig-Methode angewendet werden. Das Beet wird mit Pappe abgedeckt. Dabei wird einfache, wenig bedruckte Pappe verwendet, die frei von Klebestreifen und Folien sein muss. Soll ein Beet auf einer Rasen- oder Wiesenfläche angelegt werden, sollte die Fläche vorher gemäht werden. Ein Rahmen aus einfachen Holzbrettern erleichtert die Arbeit, ist jedoch nicht Bedingung. Auf die großzügig gewässerte Pappe wird eine Schicht von zirka zehn bis fünfzehn Zentimetern Komposterde aufgebracht.
Mit den ersten warme Tagen kann auch auch die Aussaat beginnen (Foto: Tung Lam/Pixabay)
Bepflanzung
Es kann entweder abgewartet werden, bis in der Erde eventuell vorhandene Sämereien auflaufen. Diese können dann gejätet oder mit der Pendelhacke bearbeitet werden. Oder es werden sofort Direktsaaten vorgenommen. Als Kandidaten eignen sich im März Radieschen, Karotten, Schalerbsen, Rettiche, Mai-Rübe, Rauke, Schwarzwurzeln, Lauchzwiebeln, Petersilie und Salate. Es müssen Zeilen- und Pflanzabstände beachtet werden und zukünftige Pflanzengesellschaften in Mischkultur können schon bei der Saat angelegt werden. Ringelblumen zwischen Weißkohlpflanzen sehen zum Beispiel nicht nur sehr gut aus, sondern haben auch ganz praktischen Nutzen. Denn die Wurzelausscheidungen der Ringelblume halten schädliche Fadenwürmer von den Nutzpflanzen fern. Auch das Einsetzen von vorgezogenen Jungpflanzen ist in einem No-Dig-Beet möglich.
Ökotipp des Monats
Das richtige Futter für unsere gefiederten Freunde
Einige unsere Gartenvögel beginnen bereits im März mit der ersten Brut. Zu diesen Frühstartern zählen Sperlinge, Amseln, Stare und Singdrosseln. Wenn kaltes Wetter die Entwicklung der Insekten hemmt, sind diese Vögel auf zusätzliche Nahrungsangebote angewiesen. Es sollte aber auf Fettfutter, Erdnüsse und Sonnenblumenkerne verzichtet werden, da es den Jungvögeln schaden kann. Am besten eignen sich möglichst kleine, fettarme Sämereien von heimischen Wildkräutern oder Mehlwürmer und andere nicht getrocknete Insektenlarven.
Foto: gamagapix/PixabaySven-Karsten Kaiser,
Gartenfachberater
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- Geschrieben von: Jörg Müller
Naturnah gärtnern im Jahreskreis
Mit den Wetterveränderungen durch den Klimawandel gehen auch weitere, teilweise dramatische Veränderungen einher. So verzeichnen Naturschützer seit einigen Jahren einen starken Rückgang der Artenvielfalt im Bereich der Insekten und Bodenlebewesen. Da unsere Natur aus sehr engen Beziehungsgeflechten besteht, hat der Rückgang bzw. das Verschwinden von einigen Arten Auswirkungen auf andere Arten.
Rückgang der Artenvielfalt
So ist zum Beispiel auch die Zahl der Singvögel gesunken, weil nicht mehr ausreichend Insekten als Nahrung vorhanden sind. Ursachen für den Rückgang der Insekten sind nicht nur der Einsatz von Insektiziden, sondern auch die Erderwärmung, die sich unmittelbar negativ auf die Fortpflanzungsraten auswirkt.
Kleingärtnerinnen und Kleingärtner haben die Möglichkeit auf ihren Parzellen die Artenvielfalt zu fördern, indem sie auf Pestizide und synthetische Dünger verzichten. Wer außerdem durch Nisthilfen, Sandarien, Teiche, Steinhaufen, Totholz und andere Strukturen im Garten Nützlinge fördert, wird schon nach kurzer Zeit Veränderungen auf seiner Parzelle feststellen. Wenn in der Umgebung Amphibien, wie Kröten, Frösche, Molche und Reptilien, zum Beispiel Zauneidechsen, vorhanden sind, werden Nistmöglichkeiten und Verstecke schnell angenommen. Wer solche Gartenmitbewohner hat, gewinnt Verbündete im Kampf gegen die Nacktschnecken.
Frösche sind in Gartenteichen keine Seltenheit (Foto: NoName_13/Pixabay)
Doch auch andere Zusammenhänge wollen beim naturnahen Gärtnern bedacht sein. Wenn im Frühjahr die Blattläuse am Holunder zahlreicher werden, sollte so lange wie möglich auf Gegenmaßnahmen verzichtet werden. Diese Blattläuse dienen dem Aufbau schlagkräftiger Populationen von Marienkäfern und Florfliegen. Während sich die Blattläuse des Holunders nicht für unsere Gemüsepflanzen interessieren, verspeisen Marienkäfer, Florfliegen und deren Larven gern auch andere Blattlausarten an unseren Kulturpflanzen. Erst wenn die Blattläuse am Holunder die Entwicklung der Holunderblüte bedrohen, kann ihnen mit einem scharfen Wasserstrahl und oder der Schere begegnet werden.
Auch Singvögel fressen Blattläuse. Deshalb wird es im Februar allerhöchste Zeit, die Nistkästen zu kontrollieren und zu reinigen und für die nächste Brut aufzuhängen. Für die Aussaat im Freiland steht im Februar vor allem die Puffbohne bereit. Die Pflanzen sind dann widerstandsfähiger gegen die Bohnenblattlaus.
Ökotipp des Monats
Mulchfolien aus Papier
Einige Gartenfreundinnen und Gartenfreunde nutzen im Frühling zur Erwärmung des Bodens dunkele Folien, wie sie im Erwerbsgartenbau verwendet werden. Das sollte immer nur kurzzeitig geschehen. Wer seine Anbauflächen über den gesamten Winter abdeckt, um Beikräuter zu unterdrücken, sollte unbedingt Mulchfolien aus biologisch abbaubarem Papier verwenden. Versiegelung durch Kunststofffolien schadet den Bodenlebewesen und damit der Bodenstruktur.
Foto: Wolfgang Eckert/PixabaySven-Karsten Kaiser,
Gartenfachberater
Zertifizierter Pflanzendoktor
- Geschrieben von: Jörg Müller
Winterruhe und Geschäftigkeit
Zum Jahresanfang heißt es im Garten Ruhe bewahren. Verblühte Pflanzenstängel, Laubhaufen, Totholzhecken und Totholzhaufen sollten unberührt bleiben. Damit kann vielen Tieren durch den Winter geholfen werden, denn Igel, Insekten, Spinnen und viele andere Lebewesen finden hier Schutz. Auch die Bodenlebewesen verdienen Winterruhe.
Januar mit Schnee und Eis
Vögel, Insekten und Co. profitieren von der Ruhe im Garten (Foto: oldiefan/Unsplash)
Vorarbeiten für die neue Saison
Wer die Möglichkeit hat, Regenwasser in frostsicheren Gefäßen oder unterirdischen Zisternen aufzubewahren, kann bei längeren trockenen Perioden maßvoll gießen. Das gilt vor allem für immergrüne Pflanzen und Kulturen in Hochbeeten und Kübeln.
An frostfreien Tagen kann mit dem Obstbaumschnitt bei Apfel, Birne, Mispel und Quitte begonnen werden. Beim Auslichten der Kronen gilt die Faustregel: Lieber wenige beherzte Schnitte als viele kleine Schnittwunden.
Im Haus beginnt bereits die nächste Gartensaison. Neben der Planung der Belegung der Beete, der Fruchtfolgen und Mischkulturpartnerschaften können schon erste Keimproben gemacht werden. Paprika, Chili, Auberginen und Kapstachelbeeren kommen am hellen Fensterbrett in die Aussaatgefäße. Ins Freiland können Möhren, Pastinaken und Spinat gesät werden. Zur Ernte stehen Wirsingkohl, Grünkohl, Rosenkohl, Feldsalat, Winterlauch und Spinat.
Ökotipp des Monats
Beheizte Vogeltränke
Mit einem Grablicht und einem umgedrehten Tontopf lässt sich einfach eine beheizte Vogeltränke bauen. Einfach einen großen Tontopf über ein Grablicht stülpen und auf dem Topfboden einen Tonuntersetzer mit Wasser platzieren. Der Topfrand darf nicht mit dem Erdboden bündig abschließen, damit das Grablicht genügend Sauerstoff bekommt und nicht erlischt.
Sven-Karsten Kaiser,
Gartenfachberater
Zertifizierter Pflanzendoktor
Die hier vorgestellten Gartentipps wurden vom Landesverband Sachsen der Kleingärtner e.V und dem sächsischen Verbandsjournal "Unser Kleingarten" veröffentlicht.
Diese Beiträge werden vom LSK und dem Journal kostenlos für den Aushang in der Gartensparte zur Verfügung gestellt.
Auf den Internetseiten des Landesverbands gibt es eine riesige Auswahl an nützlichen Tipps, und rechtliche Informationen rund um den Kleingarten. Ein Blick auf die Seiten des Dachverbands lohnt sich für jeden Kleingärtner.
Der Landesverband Sachsen der Kleingärtner e.V ist der
Dachverband der Kleingärtner in Sachsen mit Sitz in Dresden.
Hier geht es zur Seite: https://www.lsk-kleingarten.de/
Das sächsische Verbandsjournal
Garten-Ratgeber für Kleingärtner und Hobbygärtner mit praktischen Gartentipps zum ökologischen und nachhaltigen Obst- und Gemüseanbau sowie naturnahem Gärtnern.
Hier geht es zur Seite https://www.unser-kleingarten.de/

