Schatten planen für den nächsten Sommer

Was sehr intensive Sonnenstrahlung und große Hitze anrichten können, ist vielen Kleingärtnerinnen und Kleingärtnern spätestens im diesjährigen Sommer klar geworden. Zerkochte Beeren und Äpfel, Birnen oder auch Gemüse mit starkem Sonnenbrand künden von der zerstörerischen Kraft der Sonnenstrahlen. Tipps und Tricks für heiße Sommer und wichtige Schattenspender im aktuellen Gartentipp.

Der Große schützt den Kleinen

Kurzfristig können Vliese oder Schutznetze helfen, Sonnenbrand zu verhindern. Langfristig ist es besser, die Methoden des Waldgartens zu nutzen. Wer seinen Garten neu anlegt, sollte von vornherein den Schattenwurf von Gehölzen so nutzen, dass ein natürlicher Sonnenschutz entsteht. Dabei schützen die Obstbäume die kleineren Beerensträucher und diese beschatten die Gemüsebeete. Aber auch in bestehenden Gartenstrukturen lässt sich das Wissen der Waldgärtnerinnen und Waldgärtner anwenden. Zahlreiche Gemüsesorten gedeihen auch im Halbschatten. Vor allem Blattgemüse wie Mangold, Spinat, Pak Choi, Feldsalat und Rucola oder auch Kohlgemüse gedeihen unter Gehölzen gut. Sie wachsen zwar etwas langsamer, bleiben dafür aber länger zart und schießen nicht zu schnell. Auch Wurzelgemüse kommen im Schatten gut zurecht. Allerdings sollten Radieschen, Pastinaken und Rote Bete nicht direkt im Wurzelbereich von Gehölzen gesät werden, um durch die notwendige Bodenbearbeitung die Gehölzwurzeln nicht zu beschädigen.

 

 

Schattenspender im Garten sorgen für ein angenehmes Klima für Mensch und Tier (Foto: Tatyana Rubleva/Unsplash)

 

Auch ein Hochbeet im Wurzelbereich von Gehölzen will gut geplant sein. Je größer die überdeckte Wurzelfläche im Verhältnis zur Gesamtwurzelfläche, desto größer ist auch das Risiko, dass das Hochbeet negative Folgen für das Gehölz hat. Die Gesamtwurzelfläche eines Gehölzes ist meist größer als der Kronendurchmesser. Während eine große Süßkirsche mit einer überschatteten Fläche von 50 und mehr Quadratmetern mühelos mit einem zwei Quadratmeter großen Hochbeet klarkommen sollte, kann ein Baum mit kleiner Krone damit schon Probleme haben.

Natürlich kann Gemüseanbau unter Gehölzen auch den Schattenspendern zugutekommen. Durch das Einbringen von Kompost für die Gemüsekultur und das Gießen wird auch das Gehölz mit Nährstoffen und Feuchtigkeit versorgt. Warme Luft kann wesentlich mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte. Deshalb sollten auch schattige Gemüsebeete gemulcht werden. Das verhindert bei großer Hitze und / oder Wind das Austrocknen der oberen Bodenschicht und schützt die Bodenlebewesen.

 

 

Ökotipp des Monats

Stark von Hitze und Sonneneinstrahlung ausgedörrte Böden können mit Kompost-Tee wieder aktiviert werden. Sobald nach einer Hitzeperiode der erste Regen gefallen ist, wird der Gartenboden mit den Mikroorganismen aus dem Kompost gegossen. Dafür bereitet man aus zehn Liter Regenwasser und einem Liter reifen Kompost ein Gemisch und rührt es regelmäßig um. Nach einem Tag wird der Tee auf feuchte Flächen ausgebracht.

Foto: AmbreVEGA/Pixabay

Sven-Karsten Kaiser,
Gartenfachberater
Zertifizierter Pflanzendoktor

Die hier vorgestellten Gartentipps wurden vom Landesverband Sachsen der Kleingärtner e.V und dem sächsischen Verbandsjournal "Unser Kleingarten" veröffentlicht.

Diese Beiträge werden vom LSK und dem Journal kostenlos für den Aushang in der Gartensparte zur Verfügung gestellt.
Auf den Internetseiten des Landesverbands gibt es eine riesige Auswahl an nützlichen Tipps, und rechtliche Informationen rund um den Kleingarten. Ein Blick auf die Seiten des Dachverbands lohnt sich für jeden Kleingärtner.

Der Landesverband Sachsen der Kleingärtner e.V ist der
Dachverband der Kleingärtner in Sachsen mit Sitz in Dresden.

Hier geht es zur Seite: https://www.lsk-kleingarten.de/

Das sächsische Verbandsjournal
Garten-Ratgeber für Kleingärtner und Hobbygärtner mit praktischen Gartentipps zum ökologischen und nachhaltigen Obst- und Gemüseanbau sowie naturnahem Gärtnern.

Hier geht es zur Seite https://www.unser-kleingarten.de/